Die immer wieder gestellte Frage: Was genau ist Flamenco?

 

Die meisten Leute würden spontan antworten: ein spanischer Tanz mit Kastagnetten und wallenden Röcken, vorgetragen von glutäugigen Schönheiten...

 

Flamenco ist mehr!

Es ist Musik, als Gesang mit und ohne Begleitung. Händeklatschen, Guitarre, Kastagnetten.

Es ist Bewegung, Tanz.

Rhythmus.

 

Moni und Yvonne im Flamencofieber

 

Ausdruck von Freude und Leid, Lust und Leidenschaft.

Der Zauber des Lebens.

 

Seine Wurzeln so alt wie die ersten Bemühungen des Menschen sich rhythmisch auszudrücken.

 

 Landschaft bei Jimena de la Frontera

 

Flamenco wurde aufgenommen und bewahrt von den Clans der Kalé

http://de.wikipedia.org/wiki/Kalé , der Volksgruppe der Sinti und Roma

in Andalusien.

 

 Zwischen Jimena de la Frontera und Ronda in den Bergen

 

Die andalusiche Landschaft regt die Phantasie an, und man kann sich so richtig vorstellen wie in alten Zeiten am Lagerfeuer Flamenco getanzt wurde.

Wer weiß schon, daß es früher im Flamenco einen Männertanz und Frauentanz gab?

Die Frauen drückten sich viel mehr mit runden Bewegungen und Arm, Hand und Fingerspiel aus. Die so berühmten und untrennbar mit Flamenco assoziierten Zapateados, das Klappern der Füße war die Domäne der Männer.

In unserer heutigen Zeit haben sich beide Geschlechter alle Ausdrucksmöglichkeiten erobert.

 

Flamenco ist sehr verschieden in seiner Erscheinungsform.

Von der ursprünglichen Musik und Tanz bei Festen und Feiern der „Gitanos“ in Andalusien, über spezielle Vorführungen vor den Besuchern der spanischen Kaffeehäuser des 19. und 20. Jahrhunderts (café cantante), den modernen Clubs und Kneipen in den Städten (tablaos) bis schließlich zur Kunstform entwickelt, die wir an professionellen Tänzern auf großen Weltbühnen bewundern können.

 

Flamenco ist äußerst vielfältig in seinen musikalischen Formen.

So wie die deutsche Volksmusik zum Beispiel den Walzer  (3/4 Takt) und Foxtrott (4/4 Takt) kennt, unterscheiden sich Sevillanas, oder Fandangos und Tangos.

Puristen würden vielleicht sagen: „eigentlich gehört eine Sevillana nicht WIRKLICH zum Flamenco…“

Unbestritten dazu gehören die heiteren Alegrias, die fetzigen Bulerias, der Garotin, die Farruca usw. usw. und schließlich nicht zu vergessen die Rumba flamenca, eine spielerisch erotische Form des Flamenco, die die Spanier aus ihren Kolonien zurück brachten und integrierten.

 

Wer mehr über Flamenco lesen möchte kann sich auch unter http://de.wikipedia.org/wiki/Flamenco weiterbilden.

 

 

Das gemeinsame und einigende Element der verschiedenen Flamenco-Formen im Tanz sind:

Die stolze Haltung, das Spiel der Hände, die anmutige Bewegung der Arme, das Klappern und Stampfen der Füße und der Blick in den Augen, in denen sich die Stimmung des Tänzers spiegelt.

 

Alles zusammen ergibt die Magie des Augenblicks.

Erhebende Momente. Traurige Momente. Momente der puren Lebensfreude.

Für die Tänzer. Für das Publikum.

 

 

copyright: M. M. Zehnle, Sangre Andaluza